LKW-Konvoi 2013

Freitag, 20. September - Die Fahrt geht los.

Vom Zollamt in Soltau mit allen Papieren versehen geht es über Hannover und Berlin nach Frankfurt(Oder), genauer gesagt nach Swiecko (PL). Dort leasen wir die Mautgeräte für die polnische Autobahn. Südlich Konin die erste kurze Übernachtung im Wagen. 5 Stunden müssen reichen. An der Grenze geht es auf polnischer Seite sehr schnell, nur in Belarus dauert es. Aber das liegt auch an uns - ein kleiner Zählfehler in den Listen, aber die Tamoschniki bemerken ihn. Und das Schwierigste kommt anschließend: Seit August gibt es auch in Belarus eine Mautorganisation. Eigentlich ist humanitäre Hilfe in BY mautfrei, aber NIEMAND weiß, wie das vor sich gehen soll und welche Dokumente man wo und für wen braucht. Entnervt geben wir morgens um 4 Uhr bei 5° C vor dem Containerfenster stehend auf und mieten auch die Mautgeräte. Und gleich fast doppelt so teuer wie in Polen!

Am Sonntagabend kommen wir dann endlich in Zhlobin an und stellen die LKW auf dem Zollhof ab. Natascha Mitkevich bearbeitet die Papiere und nimmt uns dann alle in ihrem kleinen Clio mit nach Rogatschow zur Übernachtung - Butterbrodti und Wodka inklusive. Montagmorgen zurück nach Zhlobin: Zoll, Papiere, Warten, Zoll, Warten, Papiere, Warten - Fertig. Am frühen Nachmittag sind wir mit den LKW in Rogatschow und laden endlich ab. Ein neues Lager, weit außerhalb von Rogatschow. Kein Licht, kein Strom, aber kurz vor 20 UIhr sind die Auflieger leer. Paul und Robert fahren über Gomel nach Bragin und Komarin, Jürgen und Uwe über Belizk nach Lebedevo.

Am Donnerstag treffen wir uns in Kobrin wieder, tanken ein letztes Mal für 75 Cent pro Liter Diesel und sind nachts wieder an der Grenze. Vorher geben wir noch die Mautgeräte ab. Euros haben wir angezahlt, Millionen Rubel bekommen wir zurück. Wohin damit? Getankt haben wir ja schon. Egal, bekommt die "PKW-Crew" für die Oktoberfahrt. Leer geht alles viel schneller. Papiere, Stempel, "Gute Fahrt". In Polen das Gleiche, auch sehr schnell. "Haben Sie Zigarretten oder Wodka dabei?" "Zigaretten nein, Wodka ja!" "Gute Fahrt!" Keiner hat gefragt, wieviel. Aber wir halten uns ja auch an die Vorschriften. 10 Km hinter der Grenze erst einmal schlafen. Dann Frühstück, die selbgemachten Pappkarten mit den polnischen Frühstückswünschen lösen immer noch Erstaunen aus. Aber wir bekommen, was wir wollen.

Freitag Abend Übernachtung in Swiebodzin - der Kirchenkreis Rotenburg steht sogar noch im PC, so ist alles einfacher. 6 Uhr Frühstück, 7 Uhr Abfahrt, noch einmal 22 Zloty Maut für den Rest der Autobahn bis Frankfurt (Oder) und dann endlich wieder in Gefilden, in denen man uns versteht und in denen wir uns auskennen. 14 Uhr in Hannover die Auflieger zurückgegeben, eine Zugmaschine an Ahlhorn-Spedition (Danke!), weiter nach Rinteln, um die Zugmaschine von Wesergold abzugeben (Nochmals vielen Dank an die Firma "Wesergold" für die kostenlose Überlassung - und das schon seit Jahren!). Über Minden, Nienburg und Verden geht es zurück nach Rotenburg - 19:30 Uhr "конeц" - Ende. Wir sind alle vier heil, gesund und unfallfrei nach 3876 km wieder da!

(Paul Stadler)

BILDER (10)
Zollamt Soltau - Es geht los! (v.l.: Paul, Uwe, Jürgen, Robert)
Zollamt Soltau - Es geht los! (v.l.: Paul, Uwe, Jürgen, Robert)Koslowitschi - Grenze PL-BYNatascha und Svetlana bei der Bearbeitung der PapiereNur Staub im neuen Lager der RUKA POMOSCHTSCHIbehelfsmäßige LaderampeAlle packen mit anohne WorteTaschenlampen helfen beim Einlagern
Zollamt Soltau - Es geht los! (v.l.: Paul, Uwe, Jürgen, Robert)